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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Küstengeographie und Klimafolgenforschung

FLOODsite

Internet: http://www.floodsite.net

Die Bedrohung tief gelegener Gebiete durch Überflutungen hat in den letzten Jahrzehnten signifikant zugenommen. Überschwemmung durch Hochwasser an Flüssen oder entlang der Küste ist die häufigste aller Naturgefahren in Europa; sie bedroht jedes Jahr Millionen von Menschen und verursacht volkswirtschaftlichen Schäden in Milliardenhöhe (z.B. Elbeflut 2002 mit mehr als 10 Mrd. € Schadensvolumen). Im Zuge des Klimawandels werden Häufigkeit und Intensität von Hochwasserereignissen künftig sowohl an der Küste als auch in Flußgebieten weiter zunehmen. Diesem wachsenden Risiko haben die betroffenen Menschen bislang noch keine klar umrissenen Abwehr- bzw. Vorsorgestrategien entgegenzusetzen.

Um ein europaweit einheitliches Vorgehen voranzutreiben und insbesondere um Möglichkeiten zur Bewältigung der Hochwasserrisiken in der Praxis zu finden wurde das Projekt FLOODsite ins Leben gerufen. FLOODsite ist ein großes Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Europäischen Union. Mit 36 Partnern aus 12 Ländern sollen über eine Laufzeit von fünf Jahren (2004-2009) und mit einem Finanzvolumen von etwa 9,5 Mio. € die spezifischen Probleme in hochwassergefährdeten Gebieten erforscht und Konzepte sowie Instrumente zum Risikomanagement entwickelt werden.

Um das Ziel eines umfassenden Risikomanagements (Vorsorge, Flutwarnungen, Maßnahmen im Katastrophenfall, Nachsorge etc.) zu erreichen, bringt FLOODsite sowohl Wissenschaftler als auch Praktiker aus dem öffentlichen und privaten Sektor zusammen. Über Erfahrungs- und Informationsaustausch können technische, administrative, planerische und private Maßnahmen so für die verschiedensten Erfordernisse im Überflutungsfall optimiert werden. Dabei zielt das FLOODsite Projekt darauf ab, die verschiedensten Handlungs- bzw. Gefahrenbereiche abzudecken. Es werden also nicht nur naturwissenschaftliche, ökologische und umweltrelevante Fragestellungen untersucht sondern vor allem die gesellschaftlichen, d.h. ökonomischen und sozialen Fragen der Hochwassergefahren aufgegriffen, und das für alle Gebiete, die von Flußhochwässern, von Sturzregen (flash floods) oder Sturmfluten betroffen sein könnten.

Das Projekt gliedert sich in folgende Hauptthemen:

  • Risikoanalyse – Verständnis und Vorhersage von extremen Überflutungsereignissen; Gefahren/Risikoquelle, Pfade und Vulnerabilität.
  • Risikomanagement – präventive Maßnahmen und Katastrophen/Notfall Management.
  • Technische Integration und innovative Entwicklung von nachhaltigem und (kosten-) effektiven Hochwasserschutz und Risikoprävention; Entscheidungshilfen und Unsicherheiten.
  • Erfahrungen mit Hochwassersituationen in Modellgebieten und Anwendung neuer Instrumente & Methoden in diesen Gebieten – im Binnenland wie an den Küsten.
  • Austausch und Verbreitung von Informationen für Nutzer und Betroffene; Information, Anleitungen & Lehrmaterial sowohl für die professionelle Anwendung als auch für die Öffentlichkeit (Bildung/Erziehung)
  • Netzwerk, Kontrolle und Bewertung.
  • Projekt-Koordination und -Management.

Innerhalb dieser Themenschwerpunkte umfaßt das FLOODsite Projekt insgesamt 35 Teilprojekte bzw. Aufgabenbereiche, einschließlich praktischer Anwendung in den Modellgebieten, die in England, Belgien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Niederlande und Spanien liegen. Die deutschen Untersuchungsgebiete sind die (mittlere) Elberegion und die Nordseeküste im Raum St. Peter-Ording / Eiderstedt.

In der nachfolgenden Tabelle sind die jeweiligen Themen der Einzelprojekte dargestellt:

Bild "floodside.gif"


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AG Küstengeographie & Klimafolgenforschung am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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