Proteste

Nachdem 1996 der Synthesebericht erschien, fingen an der gesamten Westküste Protestaktionen gegen das geplante neue Nationalparkgesetz an.

Der Unmut der betroffenen Menschen wurde durch verschiedenste Formen zum Ausdruck gebracht. Es wurden entlang der gesamten Westküstenregion z.B. Schilder aufgestellt, die Äußerungen gegen die geplanten Neuerungen enthielten. So sollte die gesamte Bevölkerung auf die Ängste der Betroffenen aufmerksam gemacht werden. Die Betroffenen gestanden ein, dass der Schutz von Natur und Umwelt als Grundgedanke richtig und wichtig sei, jedoch die vorgelegten Pläne an den davon betroffenen Menschen an der Westküste vorbeigehen. Auf den Transparenten standen z.B. Sätze wie: "Ökodiktatur nein danke".
Die Protestaktionen waren konstant über den Zeitraum von 1996-1999 verteilt, bis im Dezember 1999 das neue Nationalparkgesetz verabschiedet wurde. Schon 1996 fanden sich über 100 Kutter der gesamten deutschen Nordseeküste im Büsumer Hafen ein, um gemeinsam gegen die geplanten Neuerungen zu demonstrieren. Es waren damals Krabben- und Muschelfischer, Schafzüchter, Wassersportler, Funktionäre und Politiker präsent, die ihre verschiedenen Meinungen vertreten wollte. Eine andere Art der Demonstration fand im November 1999 statt, als 160 Mahnfeuer gegen das neue Gesetz entlang der Westküste gezündet wurden. 
Die Presse berichtete auch konstant über die Geschehnisse. Spektakulär war der Kutter-Konvoi durch den Nord-Ostseekanal im August 1999. 143 Kutter der deutschen Nordseeküste fuhren durch den Kanal, um am 26. August in der Kieler Förde einzulaufen und dort eine Demonstration während der Landtagssitzung abhalten zu können.

Während der gesamten Zeit waren immer Gegendemonstranten vor Ort, um durch Diskussionen ihren eigenen Standpunkt zu verteidigen und diesen der Gegenpartei näher zu bringen. 

Da das neue Nationalparkgesetz nun in Kraft getreten ist, glätten sich die Wellen des Unmutes. Einige Schilder entlang der Westküste stehen immer noch und sind nun somit Relikt vergangener Zeiten. Es bedarf vielleicht nur noch eine Weile, bis auch diese nicht mehr als nötig empfunden werden und einer Natur ohne Schilderbepflasterung weichen.