§ Nationalparkgesetz §

 

Entstehung:

Die Entstehung des neuen Nationalparkgesetzes fing mit der Ökosystemforschung an, auf deren Ergebnisse der Synthesebericht, der 1996 erschien, basierte. Nachdem dieser erschienen war, wurden umfassende Diskussionen geführt, die in 200 Veranstaltungen und 15 Kuratoriumssitzungen statt fanden. Hinzu kamen schon 1997 200 Stellungsnahmen verschiedenster Umwelt- und Interessenverbände und Einzelpersonen. Die Kuratorien (siehe auch Nationalpark Schleswig-Holstein) gaben 1998 gemeinsam mit den verschiedenen betroffenen Landkreisen Stellungsnahmen ab. Neben diesen Sitzungen erschienen viele Pressemitteilungen und Informationsmaterial vom Nationalpark, das in der Bevölkerung und an Interessierte verteilt wurde. 

Ende 1998 kam es dann zur 1. Kabinettsbefassung, die einen ersten Ressortentwurf erstellte. Nachdem dieser nun erschienen war, gab es wiederum Anhörungen der Kommunen und Verbände und so wurde 1999 in einer 2. Kabinettsbefassung ein Regierungsentwurf herausgegeben. Mitte 1999 kam es dann zu einer 1. und 2. Lesung des neuen Nationalparkgesetzes im Parlament. Am 31.10.1999 wurde das neue Nationalparkgesetz beschlossen. Da man im nachhinein noch einige Fehler entdeckte, wurde das endgültige neue Nationalparkgesetz am 29.12.1999 verkündet und trat einen Tag später in Kraft.

 

Änderungen:

Für den Menschen bringt das neue Nationalparkgesetz nur wenig Änderungen: Es bleibt weiterhin bestehen, dass der Küstenschutz Vorrang vor dem Naturschutz hat und somit der 150 m Streifen nicht in das Nationalparkgesetz einbezogen wird, so wie man es zuerst angedacht hatte.

Für die Krabbenfischer darf eine Befischung in dem Nullnutzungsgebiet nicht mehr stattfinden. Wenn man bemerkt, dass dieses Gebiet nur 1% der befischbaren Fläche im Nationalpark ausmacht, werden sich dadurch nicht erhebliche Einbußen zeigen.

Die Muschelfischer betrifft dieses Gebiet auch, da dort vorher Muschelsaatgebiete lagen. Anstelle dieser bekommen die Fischer gleichwertige Gebiete an anderer Stelle zugewiesen.

Eine Neuerung für die Schifffahrt ist, dass der Bundesverkehrsminister eine neue Geschwindigkeitsbegrenzung im Wattenmeergebiet festgelegt hat.
Die Wassersportler gingen bereits 1998 einen freiwilligen Kompromiss mit dem Nationalpark ein, in dem sie sich verpflichteten die sensiblen Mausergebiete der Brandgänse im Dithmarscher Watt zu bestimmten Zeiten zu meiden, ebenso stimmten dieser Vereinbarung die Fischer zu.

Im neuen Nationalparkgesetz wird auch zum ersten Mal der Tourismus ausdrücklich im §7 Abs. 1 genannt, somit soll das Gesetz nicht nur eine Qualitätsoffensive für für den Nationalpark, sondern auch eine Qualitätsoffensive für den Tourismus sein. Wattexkursionen und Badesstellen können im gleichen Ausmaß weiterhin genutzt werden. ´Die einzige Einschränkung gibt es bei der Parkplatznutzung des Strandes in St. Peter-Ording. Hier fängt der Nationalpark nicht nach der 150m-Grenze, sondern erst später an. In der Hochsaison darf der Strand nur zu Ostern und Pfingsten auf kleineren Flächen, wie bisher zum Parken genutzt werden.

Die Natur profitiert jedoch aus dem neuen Nationalparkgesetz:
So vergrößert sich die Fläche des Nationalparks von ehemals 272.161 ha auch 441.500 ha. Dies bedeutet eine seeseitige Erweiterung des Gebietes. Die ehemals drei Schutzzonen werden nun in zwei untergliedert. Dadurch bestehen die neuen Kernzonen nicht mehr aus vielen Einzelgebieten, sondern aus zusammenhängen Wattströmen mit ihren trockenfallenden Platten.
NPG altNPG neu

Die Rast- und Brutgebiete der Watvögel werden besser geschützt, denn durch den Neuzuschnitt der Zone 1 verdoppelt sich der Anteil der Gebiete, die in dieser Kernzone liegen. 

Ein Walschutzgebiet wurde hinzugefügt, das den Aufzuchtsraum der jungen Schweinswale vor Amrum und Sylt schützen soll. Dort ist der Einsatz von hochstehenden Stellnetzen und Speedbooten verboten ( siehe Abb. NPG neu: Walschutzgebiet).

Die letzte Neuerung für die Natur ist das das Nullnutzungszone südlich des Hindenburgdammes. Dieses Fläche darf nun nicht mehr genutzt werden (siehe Abb. NPG neu: rotes Gebiet).